Fallstudie: Der pragmatische Nachhaltigkeitsansatz – politisches Risiko und “stranded assets” in Kohlevorkommen

Wir definieren unseren pragmatischen Nachhaltigkeitsansatz als rationale, auf Daten abgestützte Methode, um durch den Einbezug von Nachhaltigkeitsüberlegungen langfristig eine höhere risikoadjustierte Performance zu erzielen. So werden beispielsweise keine Sektoren oder Subsektoren allein aus ethischen Erwägungen ausgeschlossen. Unter Umständen meiden wir aber gewisse Subsektoren oder trennen uns von einzelnen Anlagen, wenn wir spezifische Nachhaltigkeitsrisiken erkennen.

 

Nachhaltigkeitsrisiken können Schadenersatzansprüche, politische Einflüsse sowie unternehmensspezifische finanzielle und rufschädigende Risiken sein, die im Zusammenhang mit Themen wie Umwelt, sozialer Verantwortung und Governance auftreten.

 

Die Fallstudie:

Emission in kg CO2/KWh
co2-emissions

Ein anschauliches Beispiel für regulatorische Risiken sind erwartete Massnahmen zur Bekämpfung des  CO2-Ausstoss zu verringern, wie zum Beispiel Abgaben auf fossilen Energien. Das führt zu einer Entwertung entsprechender Reserven mit hoher CO2-Belastung und / oder hohen Produktionskosten. Von “stranded assets” oder <gestrandeten> Vermögenswerten ist dann die Rede. Beim Verbrennen von Kohle entsteht doppelt so viel CO2 wie bei Erdgas. Die Abgaben, die Kohle produzierenden Firmen auferlegt wird, wird daher vergleichsweise höher sein und deren operative Gewinnmargen erheblich reduzieren. Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktpreise gehen wir davon, dass sich Unternehmen mit Energiereserven, deren Verbrennung wenig CO2 entstehen lässt, unter solchen politischen Bedingungen relativ am besten entwickeln. Zudem würde dadurch die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen vergleichsweise attraktiver werden. Diese auf Nachhaltigkeit basierenden Überlegungen und besonders politische und regulatorische Risiken beziehen wir bei Anlagen im Energiesektor in unsere Anlageentscheidungen mit ein.